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Kategorie: Nachrichten
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Die Eckernförder gehören mittlerweile auch zum Inventar unserer dauerhaften Gegner. Bisher hatten wir immer gegen sie den Kürzeren gezogen, teils unglücklich, teils sehr unglücklich (man erinnert sich an ein klar gewonnenes Bauernendspiel beim Stand von 3,5 zu 3,5 in Eckernförde, welches noch verloren ging).

Letztlich ist aber unser Aderlass auf unserer Seite doch größer als der beim Gegner, so dass von einem Kampf auf Augenhöhe derzeit nicht die Rede sein kann, auch wenn an einem guten Tag immer mal eine Überraschung möglich ist.

Heimspiel mit Anpfiff um 11 Uhr - sonntags ausschlafen am Schachspieltag, auch nicht schlecht. Möchte nicht wissen, wie viele Spieler, die heute an die Bretter mussten, darüber nachgedacht haben, um 5 Uhr aufzustehen oder dies gar in die Tag umgesetzt haben - Eishockey ist urplötzlich in aller Munde.

Bei uns fehlte mit Frank erneut ein Spitzenmann, sonst alle an Bord. Auch Eckernförde kam nahezu in Bestbesetzung: löblich, insbesondere wenn man die Saisonziele, um die Meisterschaft mitzuspielen, verfehlt hat.

Cliff mit schwarz gegen Dustin Möller, beim letzten mal hatte er ihn recht deutlich in die Schranken verwiesen. Die Stellung wirkte näherungsweise ausgeglichen, Bauernstellung symmetrisch, wenig los. Sören spielte gegen Manfred Homuth, Stellung war okay, insbesondere: den Gegner in den Stellungstyp aus einer anderen Eröffnung hinein gezwungen - wer mag das schon?

Auch Matthias hatte bei seinem ersten Auftritt gegen seine alten Mannschaftskameraden eine symmetrische Bauernstellung gegen Christopher Deutschbein - ich fand, dass sein Gegner das etwas angenehmere Figurenspiel hatte, aber Matthias schien sich wohl zu fühlen. Andreas spielte gegen Tim Bendfeldt. Die Stellung war recht ruhig, hier gelang es beiden, die eigenen schwächeren Leichtfiguren gegen die stärkeren des Gegners abzutauschen. Nur Schwerfiguren - eine offene Linie, remis sehr wahrscheinlich.

Sven erwehrte sich mit schwarz gegen die Offensivaktionen Torsten Bahrs: ich hätte hier weder gern die weißen Steine gehabt noch die schwarzen. Vorteil konnte ich für keine Seite ausmachen. Hauke hatte bisher insbesondere mit den weißen Steinen gutes Schach gespielt. Heute ging es gegen Rolf Möller, und Hauke kam auf sehr eigenwillige Ideen. Ich habe seinen Aufbau jedenfalls nicht verstanden.

Jochen mit schwarz gegen Edmund Lomer, auch kein Selbstgänger. Der Routinier kam schnell in einen seiner Standardaufbauten, und schaltete dann den Autopiloten ein. Mir war nicht klar, ob Jochen hinreichend Gegenspiel würde entwickeln können. Ich hatte mit Olaf Zeuch - der einzige Nichtstammspieler - mal wieder einen Gegner, gegen den man nur verlieren kann: 400 DWZ-Punkte Unterschied. Da bereitet man sich seelisch unter Zuhilfenahme magischer Künste auf vier unterschiedliche Widersacher vor, und es kommt Nr. 5... In der Eröffnung hatte ich absolut nichts, was nach Vorteil aussah. Fühlte sich nach gezielter Vorbereitung an, aber ich mag mich täuschen.

Um 11 war die Welt noch in Ordnung, und auch nach einer Stunde Spielzeit stand der Mannschaftskampf okay. Aber nach einer weiteren Stunde war der Mannschaftskampf fast entschieden: Cliff übersah eine taktische Wendung, verlor zwei Bauern und die Qualität, Hauke und Jochen wurden überspielt: 0:3, nicht gut.

Svens Gegner erzwang eine Zugwiederholung, Matthias verlor in gedrückter Stellung, Andreas einigte sich mit seinem Gegner im Damenendspiel  auf remis, auch an Sörens Brett wurde Friedensschluss vereinbart, alles in recht kurzer Zeit: 1,5:5,5, auch nicht gut.

Es brauchte eine Weile, bis ich etwas Spannung in die Stellung bringen konnte. Aber dann lief es. Bald erzwang ich einen Bauerngewinn bei besserer Stellung, mein Gegner bot mir remis an. Im Endspiel konnte ich mich lange nicht entscheiden, welche Figuren ich abtauschen sollte, entschied dann, dass das Turmendspiel am einfachsten zu gewinnen sei. Bald hatte ich zwei verbundene weit vorgerückte Freibauern, unterstützt von Turm und König. Der gegnerische König war abgeschnitten, der gegnerische Turm verleibte sich irgend welche Bauern ein. Einen Zug vor dem undeckbaren matt hatte mein Gegner ein Einsehen und gab auf. Wenn man schon so lange eine völlig hoffnungslose Stellung weiter spielt, könnte man dem Gegner auch das matt gönnen - meine Meinung.

Nun, das war heute nix. Zu viele Stellungen sind zum Ende der Eröffnung hin gekippt oder waren bereits verloren. Es steht zu hoffen, dass wir in den letzten Runden wieder besser scoren. Vor allem sollten wir besser spielen. Im Abstiegskampf ist vieles beim alten geblieben. Nunmehr ist fast sicher, dass wir es mit zwei Absteigern zu tun haben werden. Langweilig geht anders, was unsere Lage anbelangt.